Unsauberkeit Drucken
Stubenreinheit

Die Stubenreinheit unseres Hundes ist eine angeborene Verhaltensweise,
die wir Menschen nutzen können. Es liegt in der Natur der Kaniden ihre
Höhle/ihr Lager sauber zu halten. Es ist das Erbe der Vorfahren unserer
Hunde, der Wölfe, um parasitäre Infektionen oder Reinfektionen zu vermeiden
Normalerweise ist es sehr leicht, den Hund sauber zu bekommen, wenn wir
diese angeborene Neigung für uns nutzen.

Fälschlicherweise bestrafen immer noch einige Hundebesitzer, wenn dem Hund
ein „Malheur“ passiert. Den Hund zum Beispiel mit der Nase durch die Pfütze zu
ziehen, um ihn auf seine Schandtat hinzuweisen, behindert den Prozess der
Reinlichkeitserziehung. Der neu ins Haus geholte Hund muss seine Umgebung
aber erst einmal als seine Höhle annehmen. Ein Hund wird seinen Liegeplatz
nicht einkoten, er sucht sich eine andere Stelle. Meistens ist zu beobachten,
dass er sich gleich gegenüber löst.

Es liegt an uns Menschen, dem Neuankömmling die Aufgabe der Stubenreinheit
zu erleichtern. So oft wie möglich mit dem Hund ins Freie gehen. Er muss dort die
Möglichkeit bekommen, Kot und Harn abzusetzen. Nach jeder Mahlzeit und nach
jedem Aufwachen sofort mit dem Tier ins Freie gehen. Hat der Hund Kot und Urin
abgesetzt, wird er gelobt und erhält ein Leckerchen als Belohnung. Wenn der
Mensch diese Regeln befolgt, wird der Hund den begrenzten Raum auch in der
Lernphase zur Stubenreinheit nicht beschmutzen. Er hat gelernt, Kot und Urin im
Freien abzusetzen. In der Folge wird der Hund auch aufgrund der körperlichen
Reifung (Organfunktion) Kot und Urin so lange halten, bis er sich im Freien lösen
kann.

Der Hund wird in der ersten Zeit genau beobachtet und ggf. ins Freie gebracht.
Wichtig ist, dass der Hund so lange draußen bleibt, bis er sein Geschäft verrichtet
hat. Gerade Welpen lassen sich leicht durch die Umgebung ablenken und so kann
es etwas dauern, bis sie sich lösen. Das anschließende Loben nicht vergessen!
Der Hund lernt schließlich am Erfolg. Positive Bekräftigung ist das beste Hilfsmittel,
damit der Hund Spaß am Lernen neuer Erfahrungen und Erziehungsmethoden behält.

Mit der schrittweisen Gewöhnung des Hundes, das Haus als Höhle anzunehmen
und sauber zu halten, muss parallel der Verdauungsapparat trainiert werden
(Fütterungszeiten). Auf diese Weise entwickelt sich beim Tier hinsichtlich des
Ausscheidungsverhaltens ein stabiler Tagesrhythmus.

Unsauberkeit

Liegt keine Organerkrankung vor, ist die Ursache psychischer Natur. Die meisten
Hunde setzen Harn aus Ängstlichkeit oder Nervosität ab. Dieses Verhalten wird oft
vom Besitzer als Unsauberkeit missverstanden und bestraft. Die Bestrafung ist
jedoch kontraproduktiv und verschlechtert eher den Zustand des betroffenen Tieres.
Der Harnabsatz aus Unterwürfigkeit ist als eigenständiges Problem anzusehen und
steht nicht im Zusammenhang mit der Erziehung zur Stubenreinheit.

Ist der Hund nervös, aufgeregt oder ängstlich träufelt er Urin. Er will damit seine
Unterwürfigkeit deutlich machen. Auch dieses Verhalten ist ein Erbe der Vorfahren,
ein angeborenes Verhalten. Es unterdrückt oder verhindert die Aggression des
Artgenossen. Welpen zeigen dieses Verhalten, aber auch erwachsene Hunde
(zum größten Teil Hündinnen) träufeln Harn als Demutsgeste. Die Bestrafung ist
kein probates Mittel. Die Angst und die Nervosität des Tieres wird durch Bestrafung
nur noch schlimmer. Schließlich träufelt der betroffene Hund nur noch früher und
noch mehr, um noch deutlicher seine Rangposition darzustellen. Er versucht noch
stärker, sein Gegenüber zu beschwichtigen. Er weiß ja nicht was er falsch macht,
er reagiert nur mit seinem angeborenen Verhalten auf den entsprechenden
Auslösereiz!

Es liegt beim Menschen, die Situation für den betroffenen Hund entspannter zu
gestalten. Der Mensch muss dem Tier die Möglichkeit geben, in angstfreiem Raum
zu leben. Es ist ratsam, Situationen, in denen Harnträufeln auftritt, zu meiden,
sofern das möglich ist. Zum größten Problem entwickelt sich die Begrüßung für den
Besitzer. Das Mittel der Wahl ist, den Hund beim Ankommen zu ignorieren.
Der Hund wird einfach nicht beachtet und hat somit auch keinen Grund aufgeregt
zu reagieren. Die Begrüßung stellt fortan keine besondere Situation mehr dar und
wird für den Hund normal. Der Auslösereiz für die angeborene Neigung Urin zu
träufeln entfällt. Erst wenn der Hund sich zurückzieht und etwa 10-15 Minuten
vergangen sind, wird er herangerufen. Nicht in einem besonderen Tonfall, eben
ganz alltäglich. Setzt er nun trotzdem Harn ab, wird er wieder ignoriert. Nach
weiteren 10 bis 15 Minuten rufen Sie den Hund wieder heran. Träufelt er nicht,
wird er gelobt und bekommt ein Leckerchen. Im Laufe dieser Übungsphasen wird
der Hund begreifen, den Umgang mit seinem Menschen als normal zu betrachten,
und zwar ohne Nervosität und Demutsgebärde. Diese Vorgehensweise führt also
zu einer emotionalen Grundstimmung die im Widerspruch zur Ängstlichkeit steht
und Harnabsatz auslösen könnte.

Was das Urinmarkieren an unerwünschten Stellen angeht, so tritt dieses Verhalten
größtenteils bei den Rüden auf. Es ist ein Zeichen des Territorialanspruches.
Auslösender Faktor ist die Gegenwart anderer Rüden. Derartige Reize können so
stark werden, dass auch bislang stubenreine Tiere anfangen zu markieren.
Es handelt sich auch hier um ein angeborenes Verhalten. Es liegt keine
Verhaltensstörung vor, vielmehr eine von uns
Menschen nicht gewünschte Verhaltensweise. Für den Hund ist sein Handeln
naturgemäß! Das Verhalten kann durch eine Kastration in etwa 50 bis 60 % der
Fälle korrigiert werden. Tierärzte wählen die Kastration als probates Behandlungs-
mittel. In der Folge konnten jedoch Fälle beobachtet werden, die trotz Kastration
weiter markiert haben. Das liegt daran, dass geruchliche und visuelle Reize ebenfalls
Einfluss auf das Markierungsverhalten nehmen. Zeigt die Kastration keine Wirkung,
werden die betroffenen Tiere in der Regel vom Tierarzt/der Tierärztin mit Langzeit-
progestagenen behandelt. Eine Wiederholung dieser Injektionen können in ein- bis
zweimonatigen Intervallen erforderlich sein.

Tatsächlich sollte bei jeder Verhaltensauffälligkeit zunächst geschaut werden,
ob Organerkrankungen vorliegen. Ist dies nicht der Fall, muss das betroffene Tier
psychologisch untersucht und ggf. behandelt werden.

 
   
 
© 2010 Schattenhunde