Färöer-Inseln Grindwale Drucken
Mittwoch, 18. August 2010
Wir hatten bereits am 11.6.2010 einen Artikel zu diesem Thema unter News
gestellt. Nun waren die zwei Aktivisten Jürgen Ortmüller und Andreas
Morlok vor Ort auf den Inseln.

Deutsche "Undercover-Angler" verhindern weiteres Blutbad auf den
Färöer-Inseln

Hagen (ots) - Sobald vor den nordatlantischen Färöer-Inseln Grindwale
gesichtet werden, regt sich bei vielen der rund 48.000 Einwohner der
Jagdtrieb. Mit Booten werden die Walschulen zur nächstgelegenen
offiziellen Fangbucht getrieben. Dort warten im seichten Wasser schon die
Häscher und stürzen sich in einem wahren Blutrausch mit Haken und Messern
auf die wehrlosen Tiere und massakrieren sie. Zwei Tierschützer aus
Deutschland haben dem Gemetzel jetzt vorübergehend ein Ende gesetzt.

Mit einer Angelausrüstung wagten sich die Walschützer Jürgen Ortmüller
(56/Steuerberater) und Andreas Morlok (44/Buchautor u.
Unternehmensberater) auf die Inselgruppe und wurden als Gleichgesinnte
angesehen. Bei der Regierung der Färöer-Inseln übergaben sie eine Petition
ihrer Organisationen "Wal- und Delfinschutz-Forum" (WDSF) und "ProWal" mit
fast 60.000 Unterschriften gegen das Walschlachten.

Die vermeintliche Angelmission sollte aber auch dem direkten Schutz der
Wale dienen. Unauffällig charterten die Tierschützer ein Schnellboot, um
vor der Inselgruppe elektroakkustische Pinger mit Orcawalgeräuschen im
offenen Meer zu versenken. Grindwale meiden die Begegnung mit Orcawalen,
weil sie deren Angriffe fürchten. Nachdem seit Juni fast 700 Grindwale bei
sieben "Grinds" getötet wurden, gab es seit der Walschützeraktion Anfang
August keine einzige Walsichtung und Schlachtung mehr an der Ostküste der
Färöer.

Die Waljäger erzählten den beiden Undercover-Anglern stolz und
bereitwillig über ihre Beutezüge. In zwei Orten sei es im Juli zum Eklat
gekommen, als Grindwalschulen mit mehreren hundert Tieren in
10x20-Meter-Buchten gepfercht wurden und das Leiden der teilweise
trächtigen Tiere bis zum nächsten Morgen andauerte.

Die Pseudo-Angler hätten von den Waljägern und in Restaurants frisches
Grindwalfleisch kaufen können, obwohl der Walfang angeblich nur der
eigenen Nahrungsbeschaffung dient und kein kommerzieller Handel zulässig
ist.

Gegenüber dem EU-Mutterland Dänemark fordern die beiden Tierschützer eine
Mitverantwortung für den Nicht-EU-Tochterstaat der Färöer-Inseln ein.
Sämtliches dokumentiertes Beweismaterial soll nun der dänischen Regierung
vorgelegt werden, um ein Walfangverbot zu erreichen.

Pressekontakt:

J.Ortmüller: 01512 4030 952
http://www.wdsf.eu/
 
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