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Krankheiten und Parasiten Hier wollen wir versuchen, einen kleinen Überblick über die verschiedenen Krankheiten zu geben, speziell über die Erkrankungen bei Auslandstieren. Wer sich genauer Informieren möchte, kann dieses z.B. auf der Homepage des Vereins Parasitus Ex oder bei Virbac tun. Dort wird die Thematik ausführlicher behandelt, als wir dies je könnten. Natürlich kann auch ihr Tierarzt sie diesbezüglich beraten. Ehrlichiose Infektionskrankheit, die Haustiere und Menschen gleichermaßen befällt. Die Übertragung erfolgt durch den Biß der braunen Hundezecke. Eine Übertragung vom infizierten Tier auf dem Menschen findet nicht statt. Zwischen Zeckenbiß und Ausbruch der Krankheit vergehen ca. 7 - 21 Tage. Symptome: Fieberschübe, Appetitlosigkeit, Atembeschwerden, Lymphknotenschwellung, eitriger Ausfluß aus der Nase und Augen, Hirnhautentzündung, Krampfanfälle, Lähmungen. Verringerung der weißen Blutkörperchen und Blutplättchen. Dadurch treten verstärkt Blutungen auf. Blutungen in die Schleimhäute, inneren Organe oder die Bauchhöhle. Wasseransammlungen in der Unterhaut oder der Brust- und Bauchhöhle. Zusammenbruch des gesamten Immunsystems. Diagnose: Blutabstrich Behandlung: Antibiotika über einen ausreichend langen Zeitpunkt. Bei rechtzeitiger Behandlung gute Heilungschancen. Babesiose Die Babesiose ist eine akut bis chronisch verlaufende Erkrankung, die durch einzellige Parasiten (Babesien) verursacht wird. Verbreitung: Babesien treten weltweit, vor allem aber in den Tropen, den USA und den Mittelmeerländern, auf. Auch in Deutschland, Norditalien, der Schweiz, Frankreich, England und Ungarn Fälle beobachtet. Die Hauptinfektionsgefahr im europäischen Raum besteht von Mai bis Oktober. Übertragung: Erfolgt durch Zeckenarten: Rhipicephalus, Dermacentor, Haemaphysalis und Ixodes Arten. Mit dem Speichel der Zecken gelangen die Entwicklungsstadien der Babesien ins Blut, dringen danach in die roten Blutkörperchen des Wirtes ein und zerstören diese. Eine mechanische Übertragung durch Spritzen oder Bluttransfusionen ist möglich. Krankheitsbild: Nach einer Inkubationszeit von zehn Tagen bis drei Wochen treten infolge der massiven Zerstörung der roten Blutkörperchen folgende Symptome auf: Mattigkeit, Fieber bis 42 Grad , allgemeine Schwäche, rotbraun gefärbter Harn, Nierenversagen, Gelbsucht. Diagnose: Nachweis der Babesien in den roten Blutkörperchen im Blutausstrich. Therapie: Bluttransfusionen, Chemotherapeutika (Clindamycin, Chininsulfat) Vorbeugung: Zeckenbekämpfung Filariosis oder Herzwurmkrankheit Filariosis ist eine Hundekrankheit, die sehr schlimm werden kann. Ihre Ursache ist ein Fadenwurm. Er lebt im Herz und in den der Lunge angrenzenden großen Blutgefässen. Ein Hund kann von einem oder von hunderten von erwachsenen Fadenwürmern befallen werden, die eine Länge von 15 - 35 cm erreichen können. Die Filariosis wird von einem Hund auf den anderen nur durch bestimmte Stechmücken übertragen. Der weibliche Fadenwurm setzt Embryonen im Blut ab. Die Stechmücke angesteckt, wenn sie sich vom Blut eines verseuchten Hundes nährt. Während der folgenden 10 - 15 Tagen verwandelt sich die Mikrofilarie zweimal in der Stechmücke, bis sie die infektiöse Larvenphase erreicht. Wenn die Stechmücke nun erneut Blut saugt, dringt die Larve durch den Mückenstich in den Körper des Hundes ein. Die Larve braucht ungefähr 6 Monate, um in die Lungenarterien zu wandern, ihre Geschlechtsreife zu erlangen und Mikrofilarien im Blut abzulagern. Die Übertragung dieser Krankheit ist ausschließlich von Stechmücken. Die Filarienkrankheit verursacht Schäden in den Lungenarterien. Schließlich kann sie auch Herz, Leber und sogar die Nieren angreifen. Im fortgeschrittenen Stadium reduzieren sich die Chancen einer vollständigen Genesung, auch wenn durch die Behandlung alle erwachsenen Fadenwürmer aus dem Herz eliminiert werden. Symptome: Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, chronischen Husten aufweisen, schnelle Ermüdung, Herzinsuffizienz. Die Herzinsuffizienz ist am Schwellbauch zu erkennen, was auf einen Flüssigkeitsstau im Unterleib zurückzuführen ist, Anämie, Gelbsucht, dunkelbrauner Harn. Diagnose: Blutuntersuchung, Immunproben, Röntgenaufnahmen des Thorax, EKG Behandlung: Entfernung erwachsenen Fadenwürmer, intravenöse Spritzen, Verabreichung von Medikamenten zur Ausscheidung der Mikrofilarie (geschieht 3 - 4 Wochen später, nach der Behandlung gegen die erwachsenen Fadenwürmer), Hunde, die Symptome von fortgeschrittener Filariosis aufweisen, und besonders solche Tiere, die an Herzinsuffizienz leiden, gehen das Risiko ein, dass nach der Behandlung gegen die erwachsenen Fadenwürmer Komplikationen auftreten könnten. Die am Hohlvenen-Syndrom leidenden Tiere müssen sofort einem chirurgischen Eingriff unterzogen werden, dem anschließend dann die übliche Chemotherapie folgt. Der Tierarzt kann das Risiko bewerten und die zweckmässigste Behandlung bestimmen. Vorbeugung: Das modernste Schutzverfahren gegen Filariosis besteht aus der monatlichen Verabreichung von IVERMECTINA oder MELBEMYCIN-Produkten, die speziell für Hunde gedacht sind. Jährliche Untersuchung: Es ist ratsam, die unter Schutzmedikation stehenden Tiere vorsichtshalber erneut auf evtl. im Blut vorhandene Mikrofilarien untersuchen zu lassen. Leishmaniose Leishmaniose ist eine weltweit vorkommende Parasitose mit unterschiedlichen Krankheitsbildern bei Mensch und Tier, bei der die Erreger durch den Stich der Sandmücke übertragen werden. Eine direkte Form der Ansteckung, über Blut oder Speichel ist NICHT nachgewiesen. Leishmaniose kann sich NUR mit dem Vorkommen der Sandmücke als Überträger verbreiten. Es gibt sie in allen mediterranen Ländern, in Regionen von Tunesien, Griechenland, Türkei, Portugal, Südfrankreich, Spanien, den Kanaren, Sizilien, aber auch in Deutschland und der Schweiz. Sie sind nur von Frühling bis Spätsommer unterwegs. Symptome: Der Erreger äußert sich sekundär über die Haut, primär sind die inneren Organe befallen. Im Mittelmeerraum sind viele Menschen infiziert (in Südfrankreich 30 - 40 % der Bevölkerung), auch viele Touristen, ohne je ein Symptom zu zeigen oder es überhaupt zu bemerken. Hunde, die in Leishmaniose-Gebieten leben und aufgewachsen sind, haben sich oft bereits mit der Krankheit auseinandersetzen müssen, ist ihr Immunsystem stabil, haben sie einen natürlichen Immunschutz erworben. Sie zeigen dann zwar einen Antikörper-Titer im Test, haben aber KEINE Leishmaniose. Ein infizierter Hund kann sehr vielfältige Symptome zeigen, die aber auch auf andere Erkrankungen hinweisen können. Das Fehlen von Symptomen ist aber kein Hinweis darauf, dass der Hund nicht infiziert ist. Nur Tests bringen einen Nachweis. Symptome können sein: schleichender Gewichtsverlust, Lahmheit, Trägheit, Appetitlosigkeit, Haarverlust (besonders um die Augen), Schuppenbildung, Hautwunden (oft nässend, meist kreisrund - an Ohren, Kopf, Nasen und an den Beinen), Nasenbluten, Lymphknotenschwellung, Blutarmut (Anämie), "Ausfransen" der Orränder mit Schuppenbildung, Nierenschädigung. Tests Bluttest: Dabei wird untersucht, ob vom Körper Antikörper gebildet wurden und wie viel (Antikörper-Titer). Der sogenannte Schnelltest, der häufig in südlichen Ländern angeboten wird, bietet absolut ungenaue Ergebnisse mit wenig Aussagekraft. Deshalb machen wir die Tests in der Türkei auch nicht, sondern der zukünftige Hundebesitzer in Deutschland sollte den Test durchführen lassen. Knochenmark und Lymphknotentest: Es wird - unter lokaler Narkose - ein Punktat entnommen und mikroskopisch auf Leishmanien untersucht. Im Umgang mit infizierten Tieren besteht für den Menschen keine Gefahr sich zu infizieren, es müssen Hygieneregeln (Händewaschen, Vorsicht im Umgang mit offenen Wunden etc.) eingehalten werden. Wissenschaftlich gesehen gibt es keinen einzigen nachgewiesenen Fall, bei dem sich der Mensch durch seinen Hund infiziert hat, eben weil inzwischen der Entwicklungsweg der Leishmanien bekannt und erforscht ist. Es besteht kein Grund, Tieren aus südlichen Ländern eine Chance auf ein neues Leben in Deutschland zu verweigern. Infos zur Leishmaniose: http://www.leishmaniose.de /
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