Kastrieren oder sterilisieren?
Im Tierschutz geht es nicht ohne, die Kastration ist das Mittel der Wahl,
um vernünftigen Tierschutz zu betreiben und zu verhindern, daß sich die Tiere unkontrolliert
vermehren und das Elend vergrößern.
Kastration ist natürlich ein Eingriff in die Natur des Tieres, aber meist übwerwiegen
die Vorteile, sowohl für das Tier, als auch für den Halter.
Definition Sterilisation:
(Unfruchtbarmachung) durch Unterbinden der Ausführungsgänge der Geschlechtsdrüsen.
Die Hunde werden „steril“, d.h., sie sind nicht mehr fortpflanzungsfähig.
Beim Rüden: Durchtrennung der Samenleiter.
Bei der Hündin: Durchtrennung der Eileiter.
Die Sterilisation unterbindet lediglich die Fortpflanzung, sonst ändert sich nichts,
die Hündin wird weiterhin läufig, der Rüde hat nach wie vor Geschlechtstrieb.
Definition Kastration:
Kastration kommt aus dem Lateinischen (castratus) und heißt „Entmannung“.
Das Ausschalten der Keimdrüsen (Hoden, Eierstöcke) durch operatives Entfernen.
Beim Rüden: operative Entfernung beider Hoden und des Hodensacks,
die Haut wird zugenäht.
Bei der Hündin: operative Entfernung der Eierstöcke, manchmal auch zusätzliche
Entfernung der Gebärmutter (Totaloperation). |
Vor- und Nachteile bei der Hündin
Vorteile Kastration:
keine Läufigkeit, keine Scheinschwangerschaften,
geringeres Risiko für: Vaginal-Tumore, Brustkrebs, Gebärmutterkrebs, Gebärmutter-Vereiterung
Nachteile Kastration:
Risiko der OP , Fellveränderungen möglich
erhöhtes Risiko für: Inkontinenz, Fettleibigkeit, Herztumore, Harnleitertumore,
Bindegewebsschwäche, Schilddrüsen-Unterfunktion
Vor- und Nachteile beim Rüden
Vorteile Kastration:
Kann das männliche Dominanzverhalten unterbinden oder reduzieren,
geringeres Risiko für: Leukämie, Hodenkrebs, Analfissuren
Nachteile Kastration:
Risiko der OP , Fellveränderungen möglich
erhöhtes Risiko für: Fettleibigkeit, Prostatakrebs, Harnleiter-Tumore, Diabetes,
Knochenkrebs, Schilddrüsen-Unterfunktion
Sonstiges:
Die Vor- und Nachteile einer Kastration sind immer sorgfältig abzuwägen.
Beim Rüden wirk sich die Kastration oft unterschiedlich aus, je früher kastriert
wird, desto stärker die Auswirkungen.
Kastrierte Hunde verbrennen ihre Nahrung besser, sie fressen zwangsläufig mehr.
Dem etwaigen Zunehmen ist mit strikter Futterrationierung zu begegnen.
Kastration hat vor der Geschlechtsreife eine Verzögerung des Epiphysen- Fugenschlusses
zur Folge. Die mächtigen Röhrenknochen wachsen deshalb bei den Kastraten länger als
bei unkastrierten Tieren - durch den „eunuchoiden Hochwuchs“ werden solche Tiere häufig
größer als ihre Artgenossen. Kastrierte Tiere haben statistisch gesichert eine etwa 1 Jahr
längere Lebenserwartung als unkastrierte!
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