Hamster Drucken
Montag, 19. Mai 2008
Bei Hamstern wird unterschieden zwischen Mittelhamster (die meist bekannten sind die Syrischen Goldhamster) und Zwerghamster (verschiedene Rassen z.B.. Dschungare, Campell, Roborowsky). Es gibt mittlerweile eine sehr große Vielzahl an Farben und weiteren Rassen, auf die ich jetzt aber nicht weiter eingehen werde, ich möchte mich vielmehr mit der "artgerechten" Haltung befassen.

Grundsätzlich gilt, dass die von mir aufgezählten Hamsterarten zwar einiges gemeinsam haben, sie aber dennoch in der Haltung teilweise unterschiedliche Bedürfnisse aufweisen. Normale Mittelhamster sind beispielsweise strickte Einzelgänger und sollten keinesfalls mit Artgenossen zusammen in einer Behausung wohnen, das würde nicht nur Streß bedeuten, sondern kann im Ernstfalle auch auf Tote hinauslaufen. Einige Zwerghamster, wie beispielsweise der Roborowsky, kann man unter gewissen Umständen auch zu zweit halten. Jedoch kann es auch bei diesen schwieriger werden, wenn die Lebensbedingungen nicht stimmen.

Kinder und Hamster:
Ein weit verbreiteter Irrtum ist das der Hamster das ideale Einsteigertier für Kinder ist. Der Hamster gehört zu den nacht- bzw. dämmerungsaktiven Tieren und kann mitunter auch mal etwas kräftiger zubeißen, wenn ihm etwas nicht paßt. Hamster sind keinesfalls Streicheltiere und werden nie richtig zahm. Zwar kann man sie mit viel Geduld an die Hand des Menschen gewöhnen, aber ein Streicheltier hat man daher immer noch nicht.
Kinder wollen tagsüber auch mal "ihre" Tiere sehen, da Hamster aber zu den nacht- bzw. dämmerungsaktiven Tieren gehören, müßten sie den Hamster wecken. Auf dieses kann der Hamster nicht nur verstört wirken, sondern auch bissig reagieren. Für den Hamster bedeutet das Streß pur und es kann im schlimmsten Falle sein sowieso schon geringes Lebensalter enorm verkürzen. Es spricht aber keinesfalls etwas dagegen, wenn sich eine Familie insgesamt für einen Hamster interessiert. In diesem Falle ist es von Vorteil, wenn man sich für ein schönes großes Gehege entscheidet, was Beispielsweise im Wohnzimmer in einer geschützten Ecke steht. So kann die ganze Familie den Hausgenossen beobachten und versorgen und die Eltern können darauf achten das ihre Sprößlinge in diesem Fall die Verantwortung lernen, den Hamster nicht stören, wenn er schläft und auch ansonsten verantwortungsbewußt mit dem Tier umgehen.

Die richtige Behausung:

Zwerghamster: Für einen Zwerg wird eine Mindestgröße von
Länge: 80 cm
Breite: 50 cm
Höhe: 40 cm
empfohlen, grundsätzlich gilt aber je mehr desto besser.

Mittelhamster: für einen Mittelhamster sollte die Gehegegröße mindestens
Länge: 100 cm
Breite: 50 cm
Höhe: 40 cm
betragen und auch hier gilt, desto größer, desto besser .

Im Handel werden verschiedene Variationen angeboten, das meiste jedoch kann man nicht als artgerecht bezeichnen. Die meisten dieser Käfige sind viel zu klein und entsprechen keinesfalls den Bedürfnissen.

bild1.jpg

Dieser Käfig ist nicht nur viel zu klein, sondern entspricht nicht mal ansatzweise den Bedürfnissen der kleinen Nager. Hier mal ein Beispiel eines nicht nur optisch schöneren Heimes, sondern auch wesentlich tiergerechterem Heim:

bild2.jpg

bild3.jpg

Aber auch so ist es wesentlich besser:

bild4.jpg

Wichtig ist jedoch, das jede Hamsterbehausung, ob Käfig, Eigenbau, Aquarium oder Terrarium rundum zu verschließen sein müssen, da ein Hamster auch nicht vor Ausbruchversuchen halt machen würde.
Ganz egal für welche Behausung man sich entscheidet, sie sollte wenigstens die erforderlichen Mindestmaße aufweisen und vor allem sicher sein. Bei Käfigen mit Draht und Gitter sollte man zudem noch darauf achten, daß die Gitterabstände klein genug gewählt werden, das sich die Tiere weder verletzen können noch ausbrechen können. Empfohlen wird hierbei : Bei Zwerg - und Mittelhamster ein Gitterabstand von 0,8 cm bei den kleineren wie den Robos sogar nur 0,6 - 0,7 cm

Hier noch ein weiteres Beispiel eines Hamsterheimes:

bild5.jpg

Länge: 140cm
Breite: 50cm
Höhe 80cm
Die vordere Plexiglasscheibe läßt sich zum Säubern rausnehmen. Auf dem Bild ist das Gehege noch nicht vollständig fertig, geplant ist noch eine weitere Etage und etwas mehr Inneneinrichtung.



Inneneinrichtung:

Die Inneneinrichtung sollte so naturnah wie möglich gewählt werden , sprich in keinem Hamsterheim sollte Plastik oder Zubehör zu finden sein, was ihnen durch annagen Schaden könnte. Natürlich ist Holz hierbei das schönste und natürlichste Material, auch lassen sich mit diesem wunderbare Hamsterheime gestalten. Wir selber verwenden nicht nur Holzhäuschen, sondern bauen unseren Hamstern auch mit Ästen einige  Klettermöglichkeiten. Ebenso sollte in keinem Hamsterheim ein Sandbad fehlen, was sie nicht nur zur Reinigung des Fells benutzen, sondern auch zum Stressabbau. Als bester Sand hat sich hier der so genannte Quarzsand oder Chinchillasand bewährt. Zur Verfügung stellen wir diesen entweder in einem großen Keramikfutternapf für Hunde oder in einer Spezialschale, die für diese Zwecke geschaffen wurde.

bild6.jpg


Dieses artgerechte Zubehör bekommt man bei:

https://www.rodipet.de/index_ssl.htm
http://www.petshop.de/
http://www.zooplus.de/shop/nager_kleintiere

Sehr schönes Zubehör aus Keramik bekommt man auch unter:
http://www.keramikkiste.net/catalog/


In einem Hamsterheim finden man oft die so genannten Laufräder.

Hier gibt es im Handel unzählige Varianten, leider nur wenige Empfehlenswerte, die dem Tier nicht Schaden.
Die Bekanntesten sind wohl leider diese Exemplare:

bild7.jpg
bild8.jpg

Das erste Laufrad wird meist zwischen die Gitter an den Käfigen befestigt, diese sind mit ihrem geringen Durchmesser viel zu klein und schaden dem Tier eher als das sie nutzen. Im schlimmsten Falle kann ein Bandscheibenvorfall auftreten.bBeim Laufrad Nummer 2 ist nicht nur die Größe entscheidend, hinzu kommt das sich der Hamster lebensgefährliche Verletzung zuziehen kann. Durch die offene Lauffläche können sie sich nicht nur einklemmen, es kann auch passieren das Körperteile beim Laufen abgetrennt werden. Ebenso können sie sich durch die Querverstrebungen beim Aussteigen verletzen.

Besser sind diese beiden:


bild9.jpg
bild10.jpg

Das Holzlaufrad, welches von der Firma Rodipet angeboten wird, bekommt man ab einem Durchmesser von 20cm. Dieses Laufrad kann zwar angenagt werden, jedoch ist bei einem neuen Rad die Verletzungsgefahr so gut wie ausgeschlossen.
Das Laufrad auf Bild Nr. 2 ist ein Woodent Wheel. Dieses ist aus ungiftigem Plastik und weitestgehend ungefährlich. Zudem ist es mit seinem Durchmesser von 27cm und dem Woobust Wheel mit 30cm Durchmesser wesentlich rückenschonender als die anderen Räder auf dem Markt.

Ernährung:

Ich habe beschlossen auf diesen Bereich nur sehr kurz einzugehen, vielmehr soll es als kleiner Einblick dienen. Dieser Bereich ist einfach viel zu umfangreich und wichtig das man ihn hier an dieser Stelle auslassen könnte. Beachten Sie aber bitte, dass es sich hier wirklich nur um einen ganz kleinen Beispielbereich handelt, erkundigen sie sich bitte vor der Anschaffung auf einschlägigen Seiten wie Die Brain um genauere Infos :

Hamster Infos: http://www.diebrain.de/hi-futter.html
Zwerghamster Infos: http://www.diebrain.de/zw-futter.html

Fertigfutter:

Hier gibt es viele verschiedene Sorten, nicht alle sind empfehlenswert. Oftmals enthalten sie Zucker (oder Honig) und Fette . Einige zu empfehlenden Futtersorten werden bei der Firma Rodipet angeboten:

https://www.rodipet.de/index_ssl.htm
Z.b: ZooDi Auratia Goldhamsterfutter SENIOR und JUNIOR
ZooDi Phodopia Zwerghamsterfutter SENIOR und JUNIOR
Oder das WitteMolen Country Zwerghamsterfutter oder Hamsterfutter.

Diese genannten Futtersorten kann man bedenkenlos verfüttern.

Frischfutter/ Kräuter/ Sämereien:

Um einem Hamster die nötigen Vitamine und Mineralstoffe zukommen zu lassen ist dieses unverzichtbar.
Ein Beispiel was sie dürfen: ein wenig Fenchel, Gurke, Möhre, Paprika …..
Füttern sie täglich nur soviel was auch gefressen und nicht gebunkert wird. Sie sollten zudem täglich eine Nestkontolle durchführen, und dort nach Futter schauen was nicht mehr gut ist, damit ihr kleiner Hamster nicht krank wird.

Äste und Heu:

Sollten einem Hamster immer zur Verfügung stehen. Dieses ist nicht nur für die Zähne gut, sondern auch bei Heu um den Rohfasergehalt zu decken. Zudem benutzt der Hamster Heu sehr gerne um sein Nest auszupolstern..
Äste wie z.B.. vom Apfelbaum können mit Blättern gereicht werden

Tierisches Eiweiß:

Ebenso ein unverzichtbarerer Bestandteil in der Ernährung ist das tierische Eiweiß. Hamster sind keine Vegetarier und auch in freier Wildbahn ernähren sie sich von kleinen Insekten. Das Eiweiß kann in Form von frischen Mehlwürmern, getrockneten Bachflohkrebsen, Grillen, Heimchen, Magermilchjogurt, Magerquark oder einem Stückchen Hartgekochtem Ei gereicht werden.

Wasser:

Sollte immer und ausreichend zur Verfügung gestellt werden! Ein falsches Vorurteil wie: Die Tiere ziehen sich die Flüssigkeit aus dem Frischfutter was sie bekommen, ist gänzlich falsch und kann zu gesundheitlichen Schäden führen. Wir bieten unseren Hamstern die Wasserquelle in zweifacher Ausführung an. Zum einen in einer handelsüblichen Nippeltränke, zum anderen in einem kleinen Napf aus Porzellan.


Copyright bei Sunnyshine von den Schattenhunden

 
   
 
© 2012 Schattenhunde