| Demo Mülheim |
|
|
Der 4.10.2008 war ein Tag der Solidarität für die türkischen Streuner! Menschen in 16 Staaten dieser Welt haben ihre Stimme den türkischen Tieren gegeben und sind für diese auf die Straßen gegangen.
World Rally for the türkish stray dogs!
![]()
Auch wir haben uns an einer Demo in Mühlheim beteiligt.
Hier ein paar Eindrücke von dem wichtigen Tag für die türkischen Tiere.
Video der Rede
Hallo, mein Name ist Gert Hoffmann und ich bin Mitglied der Interessengemeinschaft Schattenhunde. Seit längerem engagieren wir uns für den Tierschutz in der Türkei. Unser Hauptaugenmerk liegt darauf, die Situation der Tiere auf politischer Ebene zu verbessern und den direkten Schutz der Tiere vor Ort zu unterstützen. Selber war ich mehrmals in einigen Regionen der Türkei und habe den Umgang mit den Straßentieren dort erfahren dürfen. Vergiftungen und andere Gräueltaten sind dort leider an der Tagesordnung. Hunde und Katzen die wir dort auf den Straßen gefüttert haben, sahen wir am nächsten Tag tot. Sie wurden vergiftet und einfach liegen gelassen. Ich habe wenig Menschen dort getroffen, die sich der Tiere annahmen, die meisten hat das Schicksal der Tiere nicht interessiert. An toten Tieren geht man einfach vorbei. Es hat mich ebenfalls erschüttert zu beobachten, wie Kinder Hunde mit Steinen bewarfen und die Eltern sahen völlig unbeteiligt zu. Hier ist noch viel Aufklärungsarbeit bei den nachfolgenden Generationen nötig und wichtig. Auch die zuständigen Gemeinden haben kein Interesse etwas im Sinne für die Tiere zu tun. Sie sehen die Straßentiere nur als ein lästiges Problem. Es gibt ja nun seit dem Jahre 2004 ein türkisches Tierschutzgesetz und Verordnungen, welche klar den Umgang mit Streunern und Haustieren regelt und den Gemeinden und Bürgern ihre Pflichten auferlegt. Die zusätzlich zum Tierschutzgesetz erlassenen Verordnungen beinhalten neben allgemeinen Tierschutzbestimmungen auch Auflagen für Tierhalter sowie Verpflichtungen für die Kommunen zur Kastration, Impfung und Ernährung von Straßentieren. Hunde und Katzen sollen als Haustiere mit einem Microchip versehen werden, der Informationen über ihren Besitzer sowie Gesundheitsdaten enthält. Haustiere (innerhalb von Stadtgebieten) müssen außerdem binnen dreißig Tagen bei der Kommunalverwaltung registriert werden. Kommunen werden verpflichtet, für die Kastration und Impfung von Straßentieren zu sorgen sowie die Einsammlung von Essensresten zu organisieren, mit denen die Tiere gefüttert werden sollen. Doch wie sieht die Umsetzung und Realität in der Türkei aus? Ein Beispiel betreffend die Gemeinde Foca/Yenifoca möchte ich ihnen aufzeigen. Wir als Interessengemeinschaft hatten uns bemüht mit dem dort zuständigen Bürgermeister Kontakt zu bekommen um Hilfe aus Deutschland zur Umsetzung anzubieten. Auch die freiwilligen Helfer vor Ort haben den Bürgermeister aufgesucht und ihre Bitten vorgetragen. Doch wir alle stießen nur auf Ignoranz. Wir erhielten keinerlei Antworten und die türkischen Tierfreunde wurden abgespeist. Stattdessen gehen die Vergiftungen und die Jagd weiter und die Versorgung der Tiere des Tierheimes in Foca ist nach wie vor der Willkür dieser Gemeinde ausgesetzt. Sporadisch erhält das Tierheim Foca durch die Gemeinde Futter und das gelieferte Trinkwasser für die Tiere gleicht einer Brühe. Eine medizinische Versorgung der Tiere durch die Gemeinde erfolgt nicht. Die freiwilligen Helfer erleben jeden Tag ein Tag der Verzweiflung und sind mittlerweile finanziell ruiniert. Foca/Yenifoca ist nur ein Beispiel, denn so wie es den freiwilligen Helfern und Tieren dort geht, geht es den meisten in der gesamten Türkei. Seht Euch die Bilder auf den Plakaten von den gequälten und toten Tieren an, das ist das, was die Tiere in der Türkei täglich erleben. Es begleitet sie täglich der Tod, der Hunger, Schmerz und die Qual. Der Umgang mit den Tieren, die Willkür der Gemeinden ist unakzeptabel und ein Verstoß gegen geltende Gesetze. Denken wir an den Fall in Antalya. 5000 Tiere mussten Ihr Leben lassen, aufgrund eines angeblichen Tollwutfalls. 5000 Tiere wurden einfach vergraben, darunter auch markierte Tiere, Tiere die gegen Tollwut geimpft waren. Oder Mamak in Ankara, dort wurden hunderte von Tieren gefunden, gefesselt, gequält, erschossen und die türkischen Tierfreunde berichteten sogar von Vergewaltigung der Tiere. Die neuste Nachricht die wir aus der Türkei erhielten ist, die Straßentiere wären die Überträger der Zecken. In der Region, wo dieses Argument vorgebracht wurde, fehlen seit dem die Straßentiere. Sariyer und Beykoz, auch dort werden die Tiere ihrem Schicksal überlassen, sie werden getötet oder in Wälder ausgesetzt wo sie kaum eine Chance zum überleben haben. Und gelingt es ihnen doch wieder in die Nähe der Stadt oder Dörfer zu gelangen, werden sie vergiftet oder erschossen. Welpen im Alter von 4 Monaten werden kastriert und ebenfalls in den Wäldern abgeladen. All dieses geht nicht konform mit dem türkischen Tierschutzgesetz. Doch die türkischen Gemeinden interessiert es nicht, sie setzen ihre Willkür fort. Auch die Regierung in Ankara interessiert es nicht und wie wir nun alle erfahren durften, interessiert es in Deutschland auch die Stadt Mülheim an der Ruhr nicht, der Partnerstadt von Beykoz. An dieser Stelle möchte ich einmal Konstantin Wecker zitieren. Er hat in einer seiner Lieder gesungen: Kein Tier, kein Baum, kein Fluss und kein Meer besitzt noch irgendeinen Wert in sich selbst. Sie alle sind entwertet durch die Tatsache, dass sie kein Geld sind. Dieser Satz trifft es auf den Punkt! Es stehen in dieser Gesellschaft die wirtschaftlichen Interessen und Güter mittlerweile über das Leben. Geld und Profite sind mehr Wert als das Leben und ganz besonders mehr Wert als das Leben der Tiere. Auch die Europäische Union macht es sich ganz einfach. Sie beschließen zwar einheitliche Regelungen wie zum Beispiel zum Lärmschutz, aber eine einheitliche Regelung in Sachen Tierschutz für die Streuner der Europäischen Länder und Beitrittskandidaten wie der Türkei bekommen sie nicht zustande. Hier entzieht sich die EU der Verantwortung und verkündet es sei Ländersache und es gäbe keinerlei rechtliche Handhabe. Aber dort, wo es wieder um wirtschaftlichen Nutzen geht, nämlich der Nutztiere, dort ist die EU in der Lage rechtliche Vorgaben zu erlassen und erwartet auch die Umsetzung der EU-Rechtsvorschriften. Auf der Ebene des Europarates wurde am 13. November 1987 ein Übereinkommen zum Schutz der Heimtiere" mit der Türkei geschlossen. Unterzeichnet von der Türkei wurde es am 18.11.1999 und am 28. November 2003 ratifiziert (SEV Nr. 125) und ist somit am 01.06.2004 in Kraft getreten. Unter dieses Abkommen fallen auch die Streuner, aber wen interessiert es? Der Europarat wurde gebeten die Einhaltung dieses Abkommens zu überprüfen, aber auch hier keine Antwort, keine Reaktion. Die EU finanziert ein mit 13 250 650 EUR dotiertes Projekt namens „Control of rabies disease in Turkey“ (Bekämpfung der Tollwut in der Türkei) Es wird von der Kommission und der türkischen Regierung gemeinsam finanziert. Ziel des Projekts ist es, die Anzahl der Tollwutfälle zu verringern, um die Tollwut in der Türkei auszurotten und für ein ähnliches Gesundheitsniveau für Mensch und Tier wie in der EU zu sorgen. Das Projekt umfasst die Lieferung von Laboreinrichtungen und Impfstoffen, technische Unterstützung, einschließlich Schulungen für Tierärzte, und Bauvorhaben, darunter die Schaffung von drei Behandlungszentren in Istanbul, Izmir und Ankara. Hier fließen Gelder in Millionen Höhe, unsere Steuergelder, also haben wir auch ein Recht zu erfahren, was genau mit diesem Geld in der Türkei finanziert und gemacht wird. Wir haben ein Recht auf Nachweis eines jeden einzelnen Cents. Diesen Nachweis muss die Türkei erbringen und wir erwarten, dass die Türkei sowie die EU uns bei Nachfragen genau unterrichten. Denn an unseren Steuergeldern soll kein Blut hängen. Also hört nicht auf immer wieder eure Fragen an die Zuständigen zu stellen, denn all die, die in ihren Amtsstuben sitzen, auch die hier in Mülheim an der Ruhr sind Dienstleister für das Volk, den Aufsichtsrat bilden wir. Hört nicht auf für ein einheitliches EU Tierschutzgesetz zu kämpfen und hört nicht auf, die Umsetzung bestehender Gesetze zu verlangen und Verstöße öffentlich anzuprangern. In diesem Sinne danke ich euch fürs zuhören und denkt immer daran, die Tiere haben keine Stimme sie brauchen unsere. Fotos aus einigen teilgenommenen Ländern unter folgenden Links. http://picasaweb.google.com/turkeyhell/WorldRallyForTurkishStraysIstanbul# http://picasaweb.google.com/turkeyhell/WorldRallyForTurkishStraysParis# http://picasaweb.google.com/turkeyhell/WorldRallyForTurkishStraysMulheim# http://picasaweb.google.com/turkeyhell/WorldRallyForTurkishStraysLondon# http://picasaweb.google.com/turkeyhell/WorldRallyForTurkishStraysTheHague# http://picasaweb.google.com/turkeyhell/WorldRallyForTurkishStraysToronto# http://picasaweb.google.com/turkeyhell/WorldRallyForTurkishStraysVancouver# http://picasaweb.google.com/turkeyhell/WorldRallyForTurkishStraysGreece#
Wir sagen Danke an all diese Menschen!
|

