
Aggressionverhalten:
Sie ist eine feindselige Verhaltensweise,
basierend auf unkontrollierter
Gewaltanwendung gegenüber Personen, Artgenossen oder Sachen.
Die Wissenschaft hat auf die Ursache aggressiven Verhaltens keine
einheitliche Antwort gegeben; geht vielmehr davon aus, dass oft auch
die betroffenen Wesen selber unter ihrer Aggression leiden. Die moderne
Aggressionsforschung verzichtet auf biologische Erklärungsversuche.
Sie besagt, dass aggressive Verhaltensformen nicht rein angeboren sind,
sondern von Fall zu Fall bestimmten Umwelt-erfahrungen zuzuordnen sind.
Danach kann Aggression eine Form von Frustration sein, auf die der
betroffene Hund reagiert. Zum Beispiel durch Schläge oder wenn
seine
art-/rassefordernden Bedürfnisse unbefriedigt bleiben. Darüber
hinaus
führt geringe Frustration bei überaus reizbaren Tieren zum
langfristigen
Aufbau von aggressiven Verhaltensformen. Hier ist jedoch zu berücksichtigen,
dass Frustration nicht zwangsläufig zu Aggressivität führen
muss.
Demotivation, falsche Ausbildungsmethoden, zu hohe Leistungsanforderungen
an den Hund lassen ihn reizbar und aggressiv werden. Nicht selten lebt
das
betroffene Tier diese Art der Aggression nach dem sogenannten Radfahrerprinzip
aus, d.h. der nächst Schwächere (Artgenossen, Menschen oder
Sachen) wird
sein Opfer. Auch ein Mangel an Bedürfnisbefriedigung führt
zu einem uner-
wünschten auffälligen Verhalten. Nicht außer Acht zu
lassen ist die Erfahrung,
die der Hund bereits beim Züchter, im Tierheim, auf den Straßen
(Auslandstiere)
und mit Menschen gemacht hat. In diesem Zusammenhang spielt auch die
erste
Erziehung z.B des Züchters und dessen Haltungsmethoden, bezogen
auf die
psychische Entwicklung des Hundes, eine bedeutende Rolle. Ratgebend
sei
erwähnt, dass man gegen Aggressivität mit Schimpfen und Prügeln
nichts
ausrichten kann. Zweckmäßiger ist die Ursachenerkennung für
ein solches Verhalten,
um dann entsprechend auf das Tier einzuwirken. Dabei sollten bislang
ausgeübte
Erziehungspraktiken überprüft werden. Dem Tier sollte im übrigen
die Möglichkeit
zum "Dampf ablassen" bei Spiel und Sport gegeben werden -
jedoch ohne
autoritären Führungsstil!
Überforderungen müssen
vermieden werden.
Unter allen Konflikten, die ein Hund haben
kann, nimmt die Angst einen ganz
besonderen Stellenwert ein. Insbesondere dann, wenn Hunde ihre Angst
hinter
dem Deckmantel der Aggression verbergen.
Angst und Aggression:
Zwei Verhaltenweisen, doch oft eine Ursache.
Angstverhalten:
Zur Angst gehören Unlustgefühle,
innere Spannung, Unruhe und Unsicherheit.
Es gibt viele Situationen, in denen ein
Tier Angst bekommen kann. Angst darf
mit der anderen Form der gefühlsmäßigen Reaktion auf
drohende Gefahren,
der Furcht, nicht verwechselt werden. Angst geht von unbestimmten oder
als
unheimlich empfundenen Gefahren aus. Sie beeinflusst das Verhalten.
Eine
freie Entfaltung sozialer und seelischer Fähigkeiten wird behindert
oder sogar
unmöglich gemacht. Angst kann somit eine Ursache für Fehlentwicklungen
und
Verhaltensstörungen sein. Innere Spannungsgefühle können
von Fall zu Fall zu
feindseligen Verhaltensweisen führen. Die Angst ist der Ursprung
bestimmter
Erfahrungen denen der Hund, bereits im Welpenalter, ausgesetzt ist und
war.
Eine unzureichende Bedürfnisbefriedigung (z.B. nach Nahrung, Pflege,
Zuwendung
pp.) stellt eine anwachsende innere Bedürfnisspannung dar, die
für das Tier eine
gefährliche Bedrohung seiner gesamten Existenz bedeuten. Hieraus
resultiert eine
Angstbereitschaft, die später Grundlage eines für Störungen
besonders anfälligen
Gefühlslebens werden kann. Wichtig ist aber hier, dass das Erziehungsklima
wenig
streng gehalten wird. Entscheidend für ein ängstliches Tier
ist das Gefühl der
Sicherheit, Geborgenheit, menschlicher Kontakt und liebevolle Zuwendung.
Auch
"Liebe" ist schon Erziehung! Sie, verbunden mit der Konsequenz
und der Möglichkeit,
den Hund am eigenen Erfolg nach dem Verstärkungs-Lern-Prinzip lernen
zu lassen,
bedeuten wertvolle Bestandteile im Umgang mit dem Tier.
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